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Glossar: Anleihen-Begriffe von A bis Z

79 Fachbegriffe rund um Anleihen – jeder in wenigen Sätzen. Tippe einen Begriff ein oder springe zum Buchstaben. Stand: 15.10.2026

79 Begriffe

A

Abgeltungsteuer

Die Steuer auf Kapitalerträge in Deutschland: 25 % plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 %, mit Kirchensteuer knapp 28 %. Sie gilt für Zinsen und für Kursgewinne. Die Bank zieht sie direkt ab.

Anleihe

Ein Wertpapier, mit dem sich ein Staat oder ein Unternehmen Geld leiht. Wer es kauft, bekommt jedes Jahr Zinsen und am Ende den Nennwert zurück – solange der Schuldner zahlen kann.

Anleihen-ETF

Ein Fonds, der viele Anleihen bündelt und wie eine Aktie an der Börse gehandelt wird. Mit einem einzigen Papier streust du über Hunderte Anleihen. Anders als eine einzelne Anleihe hat er meist keine Fälligkeit – der Kurs schwankt mit dem Zinsniveau weiter.

Anleihenleiter (und Hantel)

Mehrere Anleihen mit gestaffelten Fälligkeiten – zum Beispiel je eine, die in 1, 2, 3, 4 und 5 Jahren fällig wird. Jedes Jahr kommt Geld zurück und wird für fünf Jahre neu angelegt. So musst du das allgemeine Zinsniveau nicht vorhersagen. Die Hantel (Barbell) ist die Variante mit nur kurzen und nur langen Laufzeiten, nichts dazwischen.

Art: Staat, Öffentlich, Unternehmen

Wer die Anleihe ausgibt. Staat: ein Zentralstaat wie die Bundesrepublik. Öffentlich: Bundesländer, Städte, Förderbanken wie die KfW und Institutionen wie die Europäische Investitionsbank. Unternehmen: alle übrigen, auch Banken.

Ausblick (Outlook)

Die Richtung, in die sich ein Rating in den nächsten ein bis zwei Jahren wahrscheinlich bewegt: positiv, stabil oder negativ, selten „in Entwicklung“ (beides möglich). Ein negativer Ausblick ist ein Warnsignal, aber noch keine Herabstufung.

Ausfallrisiko

Die Gefahr, dass der Schuldner nicht mehr zahlen kann – Zinsen und Rückzahlung fallen dann ganz oder teilweise aus. Es ist das Risiko, das das Rating misst. Eine Einlagensicherung gibt es für Anleihen nicht; dafür bleiben sie als Wertpapier dein Eigentum, auch wenn deine Bank pleitegeht.

B

Bail-in

Die Beteiligung der Gläubiger an der Rettung einer Bank: Statt Steuergeld werden Aktionäre und bestimmte Gläubiger herangezogen – ihre Anleihen werden ganz oder teilweise abgeschrieben oder in Aktien getauscht. Zuerst trifft es Nachranganleihen wie AT1 und Tier 2, danach auch normale („Senior“-)Anleihen der Bank. Pfandbriefe und Einlagen bis 100.000 € sind ausgenommen.

Basisinformationsblatt

Ein Kurzdokument von höchstens drei Seiten, das Risiken und Kosten eines „verpackten“ Anlageprodukts beschreibt (englisch KID). Dein Broker muss es dir vor dem Kauf geben; fehlt es, darf er das Produkt Privatanlegern nicht verkaufen. Eine einfache Anleihe mit festem Kupon braucht keines, Staatsanleihen ausdrücklich nicht – wohl aber Wandelanleihen und meist Anleihen mit Make-Whole-Kündigung.

Basispunkt

Ein Hundertstel Prozentpunkt. 100 Basispunkte sind ein Prozentpunkt. Renditen und Aufschläge werden oft so angegeben, weil kleine Unterschiede zählen.

Beobachtungsliste (CreditWatch)

Die Vorstufe zu einer Ratingänderung: Die Agentur prüft die Note gerade und entscheidet meist in wenigen Monaten. S&P nennt das „CreditWatch“, Moody’s „Review“, Fitch „Rating Watch“. Steht eine Note „zur Herabstufung“ auf der Liste, folgt diese in mehr als der Hälfte der Fälle.

Bonität laut EZB

Die Bonitätsangabe, die Bondarium in Suche, Steckbrief und Listen zeigt. Wir lesen sie aus der Liste der notenbankfähigen Sicherheiten der Europäischen Zentralbank ab: Am Bewertungsabschlag der EZB lässt sich erkennen, ob eine Anleihe zu den Bonitätsstufen 1 und 2 (AAA bis A−) oder zur Stufe 3 (BBB+ bis BBB−) gehört – eine Bearbeitung von uns, keine Angabe der EZB. Feiner ist sie nicht: AAA und AA lassen sich damit nicht trennen. Steht eine Anleihe nicht auf der Liste, sagt das nichts über ihre Bonität. Kein Rating einer Agentur und keine Empfehlung.

Bonität und Rating

Wie sicher ein Schuldner zahlt. Ratingagenturen wie S&P, Moody’s und Fitch geben Noten: von AAA (beste Bonität) bis D (Zahlungsausfall). Bis BBB− (bei Moody’s Baa3) gilt ein Schuldner als „Investment Grade“, darunter beginnen die Hochzinsanleihen.

Börsenplatz

Der Handelsplatz, an dem deine Order ausgeführt wird. Anleihen werden in Deutschland vor allem in Stuttgart, Frankfurt, auf Xetra und bei Tradegate oder gettex gehandelt, dazu außerbörslich direkt mit Händlern. Die Kurse unterscheiden sich leicht – der Platz mit dem meisten Handel hat meist die engste Geld-Brief-Spanne.

Breakeven-Inflation

Die Inflation, bei der eine normale und eine inflationsindexierte Anleihe gleicher Laufzeit gleich viel bringen: nominale Rendite minus reale Rendite. Sie zeigt, welche Inflation der Markt im Durchschnitt über die Laufzeit einpreist – ein Marktpreis, keine Prognose. Liegt die Inflation am Ende darüber, hat die indexierte Anleihe mehr gebracht, liegt sie darunter, die normale.

Bundeswertpapiere

Alle Anleihen der Bundesrepublik Deutschland: Bundesanleihen (7, 10, 15, 20 und 30 Jahre), Bundesobligationen (5 Jahre), Bundesschatzanweisungen (2 Jahre), unverzinsliche Schatzanweisungen (bis zu einem Jahr) und inflationsindexierte Anleihen. Rating AAA, Stückelung 0,01 €, täglich für Milliarden gehandelt – der Maßstab für alle anderen Anleihen in Euro.

C

CDS (Kreditausfallswap)

Ein Vertrag zwischen Profis, eine Art Versicherung gegen den Ausfall eines Schuldners: Der Käufer zahlt eine jährliche Prämie, gemessen in Basispunkten des abgesicherten Betrags; der Verkäufer ersetzt bei einem Kreditereignis den Verlust. Die Prämie zeigt, wie hoch der Markt das Ausfallrisiko gerade einschätzt – je höher, desto riskanter gilt der Schuldner. Privatanleger können keinen CDS kaufen, die Prämie aber als Signal lesen.

D

Deckungsmasse

Die Sicherheiten hinter einem Pfandbrief: Immobilienkredite oder Kredite an Staaten, die die Bank eigens für die Pfandbrief-Gläubiger bereithält. Sie muss jederzeit mindestens so groß sein wie alle ausstehenden Pfandbriefe und wird von einem Treuhänder überwacht. Geht die Bank pleite, gehört die Deckungsmasse zuerst den Pfandbrief-Gläubigern.

Depot

Das Konto für Wertpapiere – bei einer Bank oder einem Online-Broker. Dort liegen deine Anleihen, dorthin kommen Zinsen und Rückzahlung. Die Papiere bleiben dein Eigentum, auch wenn die Bank pleitegeht. Ordergebühren und Depotkosten unterscheiden sich stark.

Duration

Ein Maß dafür, wie stark der Kurs auf Änderungen des allgemeinen Zinsniveaus reagiert: Steigt das Zinsniveau um einen Prozentpunkt, fällt der Kurs grob um so viele Prozent, wie die Duration beträgt. Je länger die Laufzeit und je niedriger der Kupon, desto höher die Duration – etwa 9 bei zehnjährigen Staatsanleihen, 15 und mehr bei Langläufern.

E

Einlagensicherung

Der gesetzliche Schutz für Bankguthaben wie Tages- und Festgeld: bis 100.000 € je Kunde und Bank. Wertpapiere fallen nicht darunter – sie bleiben im Depot dein Eigentum, auch wenn die Bank pleitegeht. Das Ausfallrisiko einer Anleihe trägst du selbst: Zahlt der Schuldner nicht, hilft keine Einlagensicherung – auch nicht bei Anleihen der eigenen Bank.

Emittent

Wer ein Wertpapier ausgibt. Bei einer Anleihe ist das der Schuldner, der Zinsen und Rückzahlung leisten muss.

Euribor (Referenzzins)

Der Zins, zu dem sich Banken im Euroraum untereinander Geld leihen – täglich für Laufzeiten von einer Woche bis zwölf Monaten veröffentlicht. Er folgt dem allgemeinen Zinsniveau und dient variabel verzinsten Anleihen als Referenzzins: Kupon = Euribor + fester Aufschlag.

Ewige Anleihe (Perpetual)

Eine unbefristete Anleihe: Sie hat keinen Fälligkeitstag. Zurückgezahlt wird nur, wenn der Schuldner kündigt – und das darf er, muss er aber nicht. Fast immer nachrangig, meist von Banken und Versicherern. Der hohe Kupon bezahlt dich dafür, dass der Schuldner dein Geld vielleicht nie zurückzahlt – dann bleibt dir nur der Verkauf zum jeweiligen Kurs.

F

Fälligkeit und Restlaufzeit

Die Fälligkeit ist der Tag, an dem der Nennwert zurückgezahlt wird. Die Laufzeit ist die Zeit von der Ausgabe bis zur Fälligkeit, die Restlaufzeit die Zeit von heute bis dahin. Unbefristete („ewige“) Anleihen haben keine Fälligkeit – nur der Schuldner kann sie kündigen.

Floater (variabler Zins)

Eine Anleihe, deren Kupon sich regelmäßig an einen Referenzzins wie den Euribor anpasst. Steigt das allgemeine Zinsniveau, steigt der Kupon mit. Der Kurs schwankt deshalb kaum.

Freistellungsauftrag

Der Auftrag an deine Bank, Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag (1.000 € je Person, 2.000 € bei Zusammenveranlagung) ohne Steuerabzug auszuzahlen. Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank die Abgeltungsteuer ab dem ersten Euro ab – du holst sie dann erst mit der Steuererklärung zurück.

Fremdwährungsanleihe

Eine Anleihe, die in einer anderen Währung als Euro zahlt – Dollar, Kronen, Lira. Zinsen und Rückzahlung kommen in dieser Währung; was in Euro ankommt, entscheidet der Wechselkurs mit. Der höhere Zins ist oft der Ausgleich für eine schwächere Währung.

G

Geld-Brief-Spanne

Der Abstand zwischen dem Kurs, zu dem Käufer kaufen wollen (Geld), und dem, zu dem Verkäufer verkaufen wollen (Brief). Du kaufst zum höheren Briefkurs und verkaufst zum niedrigeren Geldkurs – die Spanne ist dein Preis für den Handel. Bei Bundesanleihen winzig, bei kleinen Anleihen groß.

Geldmarkt-ETF

Ein Fonds, der in sehr kurz laufende Papiere anlegt oder einen Geldmarktzins wie den €STR nachbildet. Bei Fonds, die die Erträge behalten, steigt der Kurs ungefähr im Takt dieses Zinses, abzüglich der Kosten; er schwankt wenig. Eine Einlage ist er nicht: Die Einlagensicherung gilt nicht, das Fondsvermögen ist aber vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt.

H

Hochzinsanleihe (High Yield)

Eine Anleihe eines Schuldners mit Rating unter BBB−. Sie zahlt deutlich mehr Zins, weil das Risiko eines Ausfalls höher ist.

I

Inflationsindexierte Anleihe

Eine Anleihe, deren Nennwert und Zinsen mit den Verbraucherpreisen wachsen. Steigt die Inflation, bekommst du mehr Zinsen und am Ende mehr als 100 % zurück. Der Kupon ist dafür niedrig – du kaufst einen festen Realzins. Der Bund hat solche Anleihen mit Fälligkeit 2030, 2033 und 2046 im Umlauf.

Investment Grade

Die obere Hälfte der Notenskala: AAA bis BBB− (bei Moody’s Aaa bis Baa3). Anleihen mit diesen Noten gelten als solide; viele Fonds und Versicherer dürfen nur sie kaufen. Alles ab BB+ heißt Hochzins oder spekulativ.

ISIN und WKN

Die Kennnummern eines Wertpapiers. Die ISIN ist international und hat zwölf Zeichen, die deutsche Wertpapierkennnummer (WKN) sechs. Bei deutschen ISINs steckt die WKN in der ISIN. Den Schuldner selbst kennzeichnet der LEI (Legal Entity Identifier), eine weltweit eindeutige Kennung mit 20 Zeichen.

K

Konvexität

Die Krümmung im Zusammenhang zwischen dem allgemeinen Zinsniveau und dem Kurs: Fällt das Zinsniveau, steigt der Kurs etwas stärker, als er bei einem gleich großen Anstieg fällt. Bei langen Laufzeiten und großen Änderungen macht das viel aus – die Faustregel mit der Duration überschätzt dann den Verlust und unterschätzt den Gewinn.

Kündbare Anleihe

Der Schuldner darf sie vor der Fälligkeit zurückzahlen. Meist ist das eine Make-Whole-Kündigung zum Barwert, mindestens 100 % – sie schadet dir in der Regel nicht. Seltener darf er ab einem festen Datum zu 100 % kündigen; das tut er, wenn das allgemeine Zinsniveau gefallen ist, und dafür gibt es etwas mehr Zins. Rechne dann mit der niedrigeren der beiden Renditen – bis zum ersten Kündigungstermin oder bis zur Fälligkeit (Yield to Worst).

Kupon

Der jährliche Zins in Prozent des Nennwerts. Er steht bei der Ausgabe der Anleihe fest und ändert sich meist nicht mehr – egal, zu welchem Kurs du gekauft hast.

Kurs

Der Preis einer Anleihe in Prozent des Nennwerts. 100 % heißt: Du zahlst genau den Nennwert. Unter 100 % ist die Anleihe günstiger – meist, weil ihr Kupon unter dem heutigen allgemeinen Zinsniveau liegt. Kurs mal Nennwert ergibt den Kurswert: 10.000 € Nennwert zum Kurs von 98 % sind 9.800 €, ohne Stückzinsen.

L

Langläufer

Anleihen mit sehr langer Restlaufzeit – deutlich über zehn Jahre, bis hin zu 100 Jahren. Ihr Kurs reagiert besonders stark auf Änderungen des allgemeinen Zinsniveaus: Steigt es, können sie die Hälfte ihres Werts verlieren.

Laufzeit-ETF

Ein Anleihen-ETF mit festem Enddatum: Er hält nur Anleihen, die in einem bestimmten Jahr fällig werden, und zahlt dann aus. Eine Mischung aus Anleihe (festes Ende) und ETF (breite Streuung, kleine Beträge).

Leitzins

Der Zins, mit dem die Zentralbank – im Euroraum die EZB – die kurzfristigen Zinsen steuert. Maßgeblich ist heute der Einlagesatz: der Zins, den Banken für Geld bei der EZB bekommen. Er ist der Anker des allgemeinen Zinsniveaus: Steigt der Leitzins, steigen Tagesgeld, Euribor und die Renditen kurzer Anleihen fast sofort; lange Laufzeiten reagieren auf die Erwartung künftiger Leitzinsen.

Limit

Der Höchstkurs, den du bei einer Kauforder zu zahlen bereit bist (beim Verkauf: der Mindestkurs). Ohne Limit („billigst“) bekommst du den nächsten verfügbaren Kurs – bei wenig gehandelten Anleihen kann der weit weg liegen. Deshalb: Anleihen immer mit Limit kaufen.

Liquidität

Wie leicht du eine Anleihe kaufen oder verkaufen kannst, ohne den Kurs zu bewegen. Bundesanleihen sind sehr liquide: viele Käufer, enge Spanne. Kleine oder exotische Anleihen sind illiquide: breite Spanne, manchmal tagelang kein Kurs. Kennzeichen sind das Volumen und die Spanne.

M

Medium-Term Notes (MTN)

Ein Sammelname für Anleihen, die ein Schuldner aus einem Rahmenprogramm heraus immer wieder neu ausgibt – statt jede Anleihe einzeln aufzulegen. „EO-Medium-Term Notes“ heißt schlicht: eine normale Anleihe in Euro aus so einem Programm. Der Name sagt nichts über Laufzeit oder Sicherheit.

Modifizierte Duration

Die Duration geteilt durch (1 + Rendite). Sie ist der Hebel für das Zinsänderungsrisiko: Steigt das allgemeine Zinsniveau um einen Prozentpunkt, fällt der Kurs um ungefähr so viele Prozent. Eine zehnjährige Anleihe mit 3 % Kupon und 3 % Rendite hat eine modifizierte Duration von rund 8,5 – bei einem Prozentpunkt mehr Zinsniveau verliert sie genau gerechnet rund 8 %.

N

Nachranganleihe (Tier 2, AT1, Hybrid)

Eine Anleihe, die bei einer Insolvenz des Schuldners („im Pleitefall“) erst bedient wird, wenn alle normalen („Senior“-)Gläubiger ihr Geld haben – oft bleibt dann wenig, im Schnitt ein Viertel bis ein Drittel des Nennwerts. Bei Banken heißen sie Tier 2 oder AT1; beide kann die Abwicklungsbehörde sogar ohne Insolvenz herabschreiben oder in Aktien umwandeln (Bail-in). Hybridanleihen von Unternehmen funktionieren ähnlich: ewige Laufzeit, Zins aussetzbar. Dafür gibt es deutlich mehr Zins.

Nennwert

Der Betrag, auf den eine Anleihe lautet und den der Schuldner bei Fälligkeit zurückzahlt (auch Nennbetrag oder Nominalwert). Auf ihn beziehen sich Kupon und Kurs. Anleihen kaufst du nach Nennwert, nicht nach Stückzahl – zum Beispiel 5.000 € Nennwert.

Nullkupon-Anleihe

Eine Anleihe ohne laufende Zinsen. Sie wird meist unter 100 % gekauft und zu 100 % zurückgezahlt – der ganze Ertrag steckt in diesem Unterschied. Ihr Kurs schwankt besonders stark.

O

Öffentliche Anleihe

Anleihen von Bundesländern, Städten, Förderbanken wie der KfW und internationalen Institutionen wie der EU, der EIB oder der Weltbank – in der Suche die Art „Öffentlich“. Ausfallrisiko meist kaum höher als bei Staatsanleihen guter Bonität, oft mit etwas mehr Zins. Manche haben 100.000 € Stückelung.

Order

Dein Auftrag an den Broker, eine Anleihe zu kaufen oder zu verkaufen. Du gibst an: ISIN, Nennwert (nicht Stückzahl), Börsenplatz, Limit und Gültigkeit. Du zahlst den Kurswert (Nennwert × Kurs) plus Stückzinsen plus Gebühr; das Geld wird zwei Bankarbeitstage später abgebucht (Valuta).

P

Pfandbrief

Eine Anleihe einer Bank, die zusätzlich durch Immobilienkredite oder Kredite an Staaten abgesichert ist (Deckungsmasse). Geht die Bank pleite, gehört diese Sicherheit den Pfandbrief-Gläubigern. Seit über 100 Jahren ist kein Pfandbrief ausgefallen. Rating meist AAA, Rendite etwas über Bundesanleihen.

Prospekt

Das ausführliche Dokument des Emittenten mit den Anleihebedingungen, den Risiken und Angaben zum Schuldner (Wertpapierprospekt). Wer Anleihen öffentlich anbietet, braucht einen von der Aufsicht gebilligten Prospekt – außer etwa bei einer Stückelung ab 100.000 €. Kündigungsrechte und Rang stehen genau dort.

Q

Quellensteuer

Steuer, die der Staat des Schuldners von den Zinsen einer Auslandsanleihe abzieht, bevor sie bei dir ankommen. Viele Staaten erheben sie bei Anleihezinsen an ausländische Anleger nicht. Wird sie einbehalten, rechnet dein Broker sie bis zum Satz des Doppelbesteuerungsabkommens auf die Abgeltungsteuer an.

R

Realzins

Zins minus Inflation – das, was von der Rendite an Kaufkraft übrig bleibt. Er ist negativ, wenn die Preise schneller steigen als der Zins, wie 2021 bis 2023 in Deutschland und den USA.

Rendite bis Fälligkeit

Was du wirklich im Jahr verdienst, wenn du zum heutigen Kurs kaufst und bis zur Fälligkeit hältst: Kupon plus Kursgewinn oder -verlust bis 100 %, aufs Jahr umgerechnet. Mit der Rendite vergleichst du Anleihen – nicht mit dem Kupon.

Risikoaufschlag (Spread)

Die Mehrrendite einer Anleihe gegenüber einer Staatsanleihe bester Bonität mit gleicher Laufzeit. Der Aufschlag wächst mit sinkender Bonität und weitet sich in Krisen aus, wenn Anleger Risiken meiden. „Spread“ heißt beim Handel auch die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs (Geld-Brief-Spanne) – ein anderer Begriff für eine andere Sache.

S

Senior-Anleihe

Eine normale, nicht nachrangige Anleihe – die meisten Anleihen sind „Senior“. Im Pleitefall werden ihre Gläubiger nach den besicherten Gläubigern (etwa bei Pfandbriefen), aber vor den Nachranggläubigern und den Aktionären bedient. Bei Banken gibt es zusätzlich „Senior non-preferred“: Sie stehen zwischen normalen Senior- und Nachranganleihen.

Sparerpauschbetrag

Kapitalerträge bis 1.000 € im Jahr bleiben steuerfrei, bei zusammen veranlagten Paaren 2.000 €. Damit die Bank ihn berücksichtigt, erteilst du einen Freistellungsauftrag.

Staatsanleihe

Eine Anleihe, mit der sich ein Staat Geld leiht. Deutschlands heißen Bundesanleihen („Bund“), Italiens BTP, die der USA Treasuries. Sie sind der größte Teil des Anleihenmarkts und haben bei guter Bonität ein sehr geringes Ausfallrisiko – die Rendite hängt dann fast nur vom allgemeinen Zinsniveau ab.

Stückelung

Der kleinste handelbare Nennwert – also die Mindestanlage. 0,01 € bei Bundesanleihen, oft 1.000 € bei Anleihen für Privatanleger, 100.000 € oder mehr bei vielen Unternehmensanleihen.

Stückzinsen

Die Zinsen, die seit dem letzten Zinstermin aufgelaufen sind. Wer zwischen zwei Terminen kauft, zahlt sie dem Verkäufer zusätzlich zum Kurs – und bekommt dafür den vollen nächsten Kupon.

Stufenzins-Anleihe (Step-up)

Der Kupon steigt nach einem festen Plan: erst 2 %, dann 2,5 %, dann 3 %. Meist von Banken, fast immer mit Kündigungsrecht der Bank – sie zahlt vorzeitig zurück, wenn ihr die hohen Stufen zu teuer werden. Der Durchschnittszins über alle Stufen ist die ehrliche Zahl, aber nur, wenn nicht gekündigt wird.

Swap-Spread

Der Abstand zwischen dem Swap-Satz – dem festen Zins, den Banken untereinander gegen einen variablen Zins tauschen – und der Rendite der Staatsanleihe gleicher Laufzeit. Die 10-jährige Bundesanleihe rentierte jahrzehntelang unter dem Swap-Satz, weil sie knapp war; seit Ende 2024 liegt sie zeitweise darüber.

T

Taxe

Ein Kurs ohne Umsatz: Der Handelsexperte an der Börse nennt einen Preis, aber zu diesem Kurs hat niemand gehandelt. Bei selten gehandelten Anleihen ist eine Taxe nur ein Anhaltspunkt – der Briefkurs beim Broker kann davon abweichen. Ob ein Kurs eine Taxe ist, zeigt der Steckbrief mit Platz, Datum und Umsatz.

TER (Gesamtkostenquote)

Die laufenden Kosten eines ETF oder Fonds in Prozent pro Jahr – sie werden täglich aus dem Fondsvermögen abgezogen, du siehst sie nicht auf der Abrechnung. Bei Anleihen-ETFs meist 0,05 bis 0,2 %. Eine einzelne Anleihe hat keine laufenden Fondskosten – nur die Ordergebühr und je nach Broker Depotgebühren.

Thesaurierend und ausschüttend

Zwei Arten, wie ein ETF mit den Zinserträgen umgeht: Ausschüttende ETFs überweisen sie dir – meist viermal im Jahr. Thesaurierende legen sie im Fonds wieder an, der Anteilspreis steigt entsprechend. Ausschüttende liefern ein laufendes Einkommen, thesaurierende lassen den Ertrag im Fonds weiterarbeiten.

U

Unternehmensanleihe

Eine Anleihe, mit der sich ein Unternehmen Geld leiht – Mercedes-Benz, Siemens, Nestlé. Mehr Zins als beim Staat, weil ein Unternehmen eher in Schieflage gerät; das Rating zeigt, wie viel mehr. Stückelung meist 1.000 € oder 100.000 €. Wer über mehrere Schuldner streut, verliert beim Ausfall eines einzelnen nur einen Teil.

V

Valuta

Der Tag, an dem ein Wertpapierkauf erfüllt wird: Das Geld wird abgebucht, das Wertpapier ins Depot gebucht (Wertstellung) – bei Anleihen meist zwei Bankarbeitstage nach dem Handelstag. Bis dahin laufen die Stückzinsen, ab dann gehört dir die Anleihe samt Zinsen.

Volumen

Der Gesamtbetrag einer Anleihe – ausgegeben oder nach Aufstockungen und Rückkäufen noch im Umlauf. Großes Volumen bedeutet meist regen Handel. Die Anleihen-Suche zeigt es in Milliarden der Anleihewährung.

Vorabpauschale

Die jährliche Mindestbesteuerung eines Fonds oder ETF, der Erträge nicht ausschüttet: Wert am Jahresanfang × 70 % des Basiszinses, den das Bundesfinanzministerium festlegt, höchstens die Wertsteigerung des Jahres. Bei Anleihen-ETFs ohne Teilfreistellung voll steuerpflichtig; beim Verkauf mindert sie den Gewinn.

W

Währungsabsicherung

Ein ETF oder Fonds sichert das Wechselkursrisiko ab, damit Schwankungen des Wechselkurses nicht auf den Ertrag durchschlagen („EUR hedged“). Das kostet ungefähr den Unterschied der kurzfristigen Zinsen beider Währungen – übrig bleibt ungefähr die Rendite vergleichbarer Euro-Anleihen.

Wandelanleihe

Eine Unternehmensanleihe, die du zu einem festgelegten Kurs in Aktien des Unternehmens tauschen darfst. Steigt die Aktie, machst du mit; fällt sie, behältst du die Anleihe. Der Zins ist dafür niedrig. Für Privatanleger meist nur über Fonds erreichbar.

Wiederanlagerisiko

Die Gefahr, dass du Zinsen und Rückzahlungen nur zu einem niedrigeren Zins neu anlegen kannst, weil das allgemeine Zinsniveau gefallen ist. Es ist das Gegenstück zum Zinsänderungsrisiko: Steigt das allgemeine Zinsniveau, drückt das den Kurs; fällt es, drückt es die Wiederanlage. Eine Leiter verteilt beides.

Z

Zehnjahreszins (10-Jahres-Zins)

Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen – der wichtigste Maßstab für das Zinsniveau einer Volkswirtschaft. Die zehnjährige US-Staatsanleihe gilt als wichtigster Zins der Welt: Maßstab für Hypotheken, Unternehmensanleihen und die Bewertung von Aktien.

Zinsänderungsrisiko

Steigt das allgemeine Zinsniveau, fallen die Kurse laufender Anleihen: Neue Anleihen bringen mehr, die alten werden billiger, bis ihre Rendite mithält. Wer bis zur Fälligkeit hält, bekommt trotzdem 100 % zurück – solange der Schuldner zahlen kann.

Zinskurve

Die Renditen eines Schuldners nach Laufzeit. Normal steigt sie: Wer lange bindet, bekommt mehr Zins. Invers ist sie, wenn kurze Laufzeiten mehr bringen als lange – in den USA galt das lange als Vorbote einer Rezession.

Zinsniveau (allgemeines)

Der Zins, den der Markt gerade für neues Geld zahlt – sichtbar an den Renditen neuer Anleihen und am Leitzins der Zentralbank. Er ist der Maßstab für alle laufenden Anleihen: Steigt das allgemeine Zinsniveau, fallen ihre Kurse; sinkt es, steigen sie. Der Zins deiner eigenen Anleihe (der Kupon) bleibt davon unberührt.

Zinstermin

Der Tag, an dem der Kupon gezahlt wird. In Euro meist einmal im Jahr, in den USA und Großbritannien halbjährlich, bei Floatern vierteljährlich. Zwischen zwei Terminen laufen die Stückzinsen auf.

Zinswippe

Das Bild für den Gegenlauf von Zinsniveau und Kurs: Steigt das allgemeine Zinsniveau, fallen die Kurse laufender Anleihen; sinkt es, steigen sie. Je länger die Restlaufzeit, desto weiter schlägt die Wippe aus. Wer bis zur Fälligkeit hält, bekommt am Ende trotzdem 100 % zurück.

Die Erklärungen sind bewusst kurz und vereinfacht. Keine Anlageberatung.